Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Informationen zu den Pflegeformen

Da wir häufiger feststellen, dass viele gar nicht Bescheid wissen, was ihnen zusteht, wenn sie eine Pflegestufe haben, möchten wir Sie auf dieser Seite darüber informieren.

Verhinderungspflege

Jeder, der eine Pflegestufe hat, ob Pflegestufe 0, 1, 2 oder 3 hat Anspruch auf Verhinderungspflege – (Ersatzpflege), vorausgesetzt, dass mindestens 6 Monate in der häuslichen Umgebung gepflegt wurde.

Wird die Ersatzpflege von einem Pflegedienst durchgeführt, kann der volle Betrag in Anspruch genommen werden – 1612 Euro im Jahr.

Die Verhinderungspflege wird für die Dauer von längstens 6 Wochen übernommen.

Wird die Verhinderungspflege nur stundenweise in Anspruch genommen (weniger als 8 Stunden täglich), entfällt der Anspruch auf Pflegegeld nicht, vielmehr besteht der Pflegegeldanspruch in voller Höhe fort und zwar unabhängig davon, ob die stundenweise Inanspruchnahme verteilt über das Kalenderjahr oder an mehreren Tagen in Folge stattfindet.

Neu ist auch: Für die Verhinderungspflege können auch noch 50% der Kurzzeitpflege angerechnet (kombiniert) werden, sofern für diesen Betrag im laufenden Kalenderjahr noch keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wurde. Somit würde sich der bereitgestellte Betrag für die Verhinderungspflege um 806,- € auf 2418,- € erhöhen. Umgekehrt gilt dies auch für die Kurzzeitpflege.

 

Kurzzeitpflege

Kann die häusliche Pflege und/oder teilstationäre Pflege zeitweise nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht der Anspruch auf Kurzzeitpflege für maximal 6 Wochen im Jahr in einer vollstationären Einrichtung.

Sie kann vom Pflegebedürftigen als Übergangszeit im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung oder in sonstigen Krisensituationen beantragt werden.

Pro Jahr stehen hierfür 1612 Euro von der Pflegekasse zur Verfügung.

Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege zur Hälfte weitergezahlt.

Unterschied Kurzzeitpflege – Verhinderungspflege

Bei Inanspruchnahme einer Verhinderungspflege erfordert es eine sogenannte Vorauspflege, d h. der Pflegebedürftige muss bereits mindestens 6 Monate durch eine Pflegeperson in seiner häuslichen Umgebung gepflegt werden.

Diese Frist entfällt bei der Kurzzeitpflege. Sie kann sofort in Anspruch genommen werden, sobald der Pflegebedürftige eine Pflegestufe erhält.

Wichtig ist: Die Inanspruchnahme von Verhinderungspflege wird nicht auf den Anspruch von Kurzzeitpflege angerechnet.

Wenn der Anspruch auf Verhinderungspflege z. B. zur Abdeckung des Urlaubs vollständig in Anspruch genommen wurde, kann die Kurzzeitpflege zum Zuge kommen.

Ist die Kurzzeitpflege vollständig in Anspruch genommen worden, kann im Anschluss die Verhinderungspflege z. B. die Kurzzeitpflege „verlängern“ oder im Anschluss an den stationären Aufenthalt noch ergänzend angehangen werden.
Bei Fragen zu diesem Thema rufen Sie uns gerne an oder vereinbaren einen Termin!